Orujo - ein Relikt aus Galizien

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Hochprozentige Destillate aus Traubentrester (‘aguardientes de orujo’ oder kurz ‘orujo’) haben in Galicien eine lange Tradition. Die ‘poteiros’ – die ‘Alchimisten’ der Orujos gelten sowohl als Kunsthandwerker wie auch als Wunderheiler. Sie bewachen den Produktionsprozess akribisch und würden niemals die überlieferten Rezepte – sein ganz persönliches Destilliergeheimnis – weitergeben.

Als Ausgangsstoff dienen die Rückstände der Weinherstellung (ausgepresste Traubenschalen). In offenen Gärbottichen wird der Trester zunächst fermentiert, häufig unter Zugabe von Weinresten oder Most. Danach erfolgt die Destillation. In einem Kupferkessel (‘pota’ oder ‘alquitara’) wird der vergorenene Trester langsam über einem gleichmässig heissen, offenen Feuer gebrannt. Dieser Brennvorgang sollte mindestens sechs Stunden dauern.

Auch für Orujo gibt es einen Kontrollrat, der das Gütesiegel Denominación Específica (D.E.) de Orujo de Galicia, vergibt. Er unterscheidet zwischen dem glasklaren, einfach als ‘orujo’ bezeichneten Tresterbrand und der mindestens zwei Jahre im Eichenfass gereiften Variante (‘orujo envejecido’), die eine bernsteingelbe Farbe hat. Der Alkoholgehalt eines Orujos kann zwischen 37% vol.alc. und 50% vol.alc. liegen (Aqua d’Or – Miguel Torres & Orujo - Porta do Miño & Orujo - Ruavieja).

Auch ein auf Basis von Orujo hergestellter Kräuterdigestif ‘Hierbas’ – ähnlich einem Kräuterlikör – ist sehr beliebt (Hierbas – Porta do Miño)